SCHILLER-PROJEKTTAG

Der 80 Jahrestag der Vertreibung und der Wunsch, dem Schicksal der betroffenen Familien würdig zu gedenken war das Ziel unseres diesjährigen Projekttages.

Nach einer Einführung in das Thema der kollektiven Schuld und in die politischen Ereignisse der 1940er Jahre, teilten sich die Schüler je nach Alter in Gruppen auf, und hatten unterschiedliche Themen, unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen. Tatsächlich bemühten sich die Kollegen nicht nur Kenntnisse zu übermitteln, sondern auch die Empathie der Schüler zu wecken. So beschäftigten sich die 7-8Klässler zum Beispiel mit der Frage, was sie heute mitnehmen würden, wenn sie gehen müssten Sie gestalteten Landkarten nach Ausgangs- und Ankunftsort der Vertriebenen. Sie sollten auch die Proportion Vertriebener und Gebliebener in einzelnen Ortschaften kreativ darstellen.

In dem 9-10 Jahrgang orientierten sich die Aufgaben an den Themen Abfahrt-Unterwegs-Ankunft. Durch gestalterische Aufgaben entstanden Briefe, Kollagen, Interviews, Fotos.

Museumspädagogen des Totiser Ungarndeutschen Museums sensibilisierten die Schülerinnen und Schüler in den 11. und 12. Klassen für das Thema Heimat, Verlassen der Heimat und Vertrieben-Sein. Wobei die Fragen und Gedanken sich immer auf unsere Gegenwart bezogen. Durch literarische Texte konnten die Schüler Einzelschicksale in Detail kennenlernen, und so das gesamte Bild für sich erarbeiten.

Eine Gruppe unserer Schüler fuhr ins Heimatmuseum nach Wudersch/Budaörs, um über die konkreten Ereignisse der ersten Vertriebenengruppen, wie auch über das Leben in dem Dorf in diesen Jahren zu erfahren. Auch der Besuch der zentralen Gedenkstätte im Wuderscher/Budaörser alten Friedhof weckte Empathie.

Ein anderer Gedenkkranz unserer Schule wurde an die Wand der Schaumarer/Solymárer Bahnstation angebracht. Eine kleine Gruppe mit Vertretern aus allen Jahrgängen ging zu Fuß ins dortige Bauernhaus, erfuhr durch konkrete Familiengeschichten über die Umstände der Vertreibung und auch über die Gefahren der Rückkehr.

Der Projekttag wurde dann im gemeinsamen Rahmen, mit Teilnahme aller Schüler abgeschlossen. Den Berichten über die Erlebnisse des Tages, wie einem Kurzfilm mit Zeitzeugen hörten alle zu. Aber als einer unser Lehrer über seine eigene Familie erzählte, als er seine Kindheitserfahrungen „mit den Verwandten in Deutschland“ teilte, wurde es still. Die Ereignisse kamen ganz nah…

Der ganze Tag bekam durch einen Schüler der 10. Klasse seinen Höhepunkt. Er meldete sich außer des geplanten Programms zu Rede, wollte seine Gedanken mit den Mitschülern teilen. Er erinnerte daran, dass wir alle hier und heute die Aufgabe haben, einander zu respektieren, Empathie zu leben, damit niemand diskriminiert wird, und die Geschichte sich nicht wiederholen kann. – Ein Schlusswort und auch ein Fazit des ganzen Projekttages.

Erika Radnai