Sommercamp für Jugendliche der deutschen Minderheit in Tschechien
Zwischen dem 21. und 31. Juli hatte ich die Möglichkeit, nach Tschechien zu reisen, im Rahmen eines Stipendiums vom Goethe-Institut.
Ich war sehr aufgeregt, an diesem Programm – Sommercamp für Jugendliche der deutschen Minderheit in Tschechien – teilzunehmen, weil ich jede Gelegenheit liebe, bei der ich meine Deutschkenntnisse nutzen kann. Und es hat wirklich meine Erwartungen erfüllt: Ich habe 70 Schülerinnen und Schüler aus 12 Ländern kennengelernt, sogar aus Zentralasien, zum Beispiel aus Kasachstan oder Kirgisistan. Das Camp fand in Schatzlar (Žacléř) statt, einem tschechisch-deutschen Dorf an der polnischen Grenze. Wir wohnten in einem Skigebiet mit wunderschöner Aussicht.
Das Hauptthema war „Demokratie leben“, und unsere Aufgabe war es, zusammen mit tschechisch-deutschen Schauspielern darzustellen, was Demokratie für uns bedeutet. Wir wurden in vier Gruppen eingeteilt, und jede Gruppe hatte einen Schauspieler als Workshop-Leiter. Jede Gruppe arbeitete mit einer anderen Ausdrucksform. Ich habe den Workshop „Performance: Geschichte & Identität“ gewählt. Er wurde vom bekannten tschechischen Schauspieler Philipp Schenker geleitet. Am besten kann man es so beschreiben: wie eine deutsche Literaturstunde, aber so, dass man die Werke auf die Bühne bringt. Wir haben ernste Themen behandelt, sie aber so präsentiert, dass sie lebendig und unterhaltsam wirkten. Ich musste sogar jodeln!
Zuerst haben die Gruppen getrennt gearbeitet, aber am Ende haben wir alles zusammengeführt und ein großes Theaterstück am Schlussabend aufgeführt – mit tschechischen Politikern und deutschen Ehrengästen im Publikum.
Insgesamt fühle ich mich sehr glücklich, dass ich die Chance hatte, an dem Programm teilzunehmen. Ich habe viel über die tschechische Kultur erfahren und auch mehr über die deutsche Kultur gelernt. Diese Mischung wurde uns besonders durch eine Zeitzeugin erklärt, Eliška Dostelová, die über ihr Leben als Tochter eines deutschen Einwanderers nach dem Zweiten Weltkrieg erzählte.
Das Camp war unglaublich vielfältig. Ich habe viele Erinnerungen gesammelt und so viele neue Dinge gelernt, dass ich traurig bin, dass es meine erste und letzte Gelegenheit war, daran teilzunehmen.
Orsolya Nwosu, 12.a.


